Ich heiße Évi und bin seit 2002 die Frau und glückselige Partnerin von László.
Erst im Jahre 1982, 25jährig hatte ich das erste Mal junge Christen getroffen, welche mir darüber erzählt hatten, wie sie zum Glauben gekommen waren, und berichteten mir über den lebendigen Gott. Zuvor sagten mir hierüber weder meine Eltern etwas, noch in der Schule wurde darüber geredet.
Ich musste bereits 14jährig arbeiten, da meine Eltern sich getrennt hatten und meine Mutter mich mit meiner kleinen Schwester unter schweren Verhältnissen erziehen musste. Bald bin ich aus meiner Geburtsstadt Pécs in die Hauptstadt gezogen, um mein Glück dort zu suchen, in der Hoffnung eines besseren Verdienstes und einer besseren Gesellschaft.
Es haben mich viele Dinge interessiert, aber wie auch sonst Mädchen in diesem Alter, zuallererst das Vergnügen und natürlich eine große Liebe. Ich konnte aber leider den "Richtigen" nicht finden, und ich wurde in meinen Hoffnungen schwer enttäuscht. Ich wurde mit der Zeit derart desillusioniert, dass ich in eine äußerst schwierige Lage gelangt war.
In einer Nacht, im Zustand einer tiefen seelischen Krise, als letzten Hort, hatte ich Gott angefleht: "Gott, falls du existierst, hilf mir!"
In Budapest, einige Jahre vor meiner Bekehrung
Unsere sich gut beginnende Beziehung entwickelte sich aber leider recht seltsam. Er konnte nicht nach Hause kommen, und mich, als eine gutgläubige, unerfahrene, neue Christin, hat ein älteres, reformiertes Ehepaar unter seine Ägide genommen, welches dann einen übergroßen Einfluss auf mein geistliches Leben innerhalb seines kleinen Hauskreises ausgeübt hatte. Sie lehnten zwar die Erwachsenentaufe ab, wandten aber geistliche Gaben an, wie das Sprechen in anderen Zungen und die Prophetie. Sie grenzten sich dadurch mehr oder weniger auch aus der offiziellen Kirche aus, aber jene Situation machte auch László stutzig (sein Hauptargument: neuen Wein in alte Schläuche zu füllen - kann nicht gut gehen). Zumal der Kreis im Grunde durch die Frau geleitet wurde. Mich haben sie aber überzeugen können, dass ich ihnen gehorchen muss, wie dem Herrn. Ich hatte Angst, ihnen zu widersprechen, kam ich recht durcheinander, war unbeholfen, wie auch die übrigen, meist jungen Mitglieder.
Die maßgebenden Glaubenspraktiken, hauptsächlich die ständigen, übertriebenen Reueübungen, außerdem unser gefesselte Zustand und die Bevormundung waren für László eindeutige Zeichen schlechter Früchte, welche schließlich den Baum qualifizierten.
Streng "gläubig", und doch unglücklich,
Ich wurde in dieser sonderbaren charismatischen Gemeinschaft während der langen Jahre völlig umgestaltet. Scheinbar gingen wir einen tiefen, geistlichen Weg, den Weg des Leidens, des Entsagens und der Reue, habe ich viele Lehren erhalten und noch mehr christliche Bücher gelesen, wie auch natürlich die Bibel. Es kam schon vor, dass ich mich an die Tröstungen Gottes erfreute, auch Zeugnisse abgelegt, trotzdem war ich ein gefangener Vogel. Ich befand mich am Gängelband von Menschen, war stolz auf meine Leiden und auf meine aus Büchern stammenden mannigfachen Kenntnisse.
László hat jahrelang geschwiegen, er war von mir sehr enttäuscht, aber ich konnte ihn nicht vergessen. Als er 1992 nach Ungarn zurückgezogen war, kamen wir langsam wieder in Dialog, dessen Folge aber eine erneute Trennung geworden ist. Das hat mich noch mehr mitgenommen, aber ich habe nicht begriffen, dass die Ursache meine eigene religiöse Sturheit und Torheit war.
László wollte nichts mehr von mir hören, und allein Gott konnte noch diese unsere ganze Beziehung instand setzen. Denn das Unmögliche war geschehen.
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